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<title>Gerhard Zeggert</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Gerhard Zeggert</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Gerhard Zeggert</b> (* <a href="21._Oktober" title="21. Oktober">21. Oktober</a> <a href="1896" title="1896">1896</a> in <a href="Pasewalk" title="Pasewalk">Pasewalk</a>; † <a href="17._Juli" title="17. Juli">17. Juli</a> <a href="1977" title="1977">1977</a> in <a href="Konstanz" title="Konstanz">Konstanz</a>) war ein deutscher <a href="Kirchenmusiker" title="Kirchenmusiker">Kirchenmusiker</a>, <a href="Organist" title="Organist">Organist</a>, <a href="Dirigent" title="Dirigent">Dirigent</a> und <a href="Komponist" title="Komponist">Komponist</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Leben">Leben</h2></div>
<p>Gerhard Zeggert wurde als Sohn von Hermann Zeggert und dessen Frau Ernestine, geb. Dörwald geboren. Von 1911 bis 1915 erhielt er eine musikalische Grundausbildung bei dem örtlichen <a href="Kantor" title="Kantor">Kantor</a> Herbert Mattheus. Dieser vermittelte ihm das Klavier-, Orgel- und Violinspiel. Nach dem Abschluss des Realgymnasiums studierte Zeggert in den Jahren 1915 und 1916 an der <a href="Universit%C3%A4t_der_K%C3%BCnste_Berlin" title="Universität der Künste Berlin">Königlichen Hochschule für Musik Berlin</a> in der Orgelklasse <a href="Bernhard_Heinrich_Irrgang" class="mw-redirect" title="Bernhard Heinrich Irrgang">Bernhard Irrgang</a> und später am <a href="K%C3%B6nigliches_Musik-Institut_Berlin" title="Königliches Musik-Institut Berlin">Akademischen Institut für Kirchenmusik</a>. 1920 bestand er sowohl die Prüfung zum Organisten und Chordirigenten als auch zum Hochschuldozenten. Zudem studierte Zeggert Komposition bei <a href="Martin_Grabert" title="Martin Grabert">Martin Grabert</a>. In den Jahren 1920 bis 1922 war er in Berlin tätig. Dort arbeitete er am Elisabeth-Christinen-Lyzeum, bei der <a href="Staatskapelle_Berlin" title="Staatskapelle Berlin">Staatskapelle</a> und leitete einen Männerchor.
</p><p>1922 siedelte Gerhard Zeggert nach <a href="Breslau" title="Breslau">Breslau</a> über und nahm dort seine Arbeit als Kantor und erster Organist an der <a href="K%C3%B6nigin-Luise-Ged%C3%A4chtniskirche_(Breslau)" title="Königin-Luise-Gedächtniskirche (Breslau)">Königin-Luise-Gedächtniskirche</a> auf. Ein Jahr später wirkte er als Nachfolger von <a href="Wolfgang_Reimann_(Kirchenmusiker)" title="Wolfgang Reimann (Kirchenmusiker)">Wolfgang Reimann</a> an der <a href="Magdalenenkirche_(Breslau)" title="Magdalenenkirche (Breslau)">Magdalenenkirche</a>. Ab 1925 war er auch am <a href="Maria-Magdalenen-Gymnasium" title="Maria-Magdalenen-Gymnasium">Maria-Magdalenen-Gymnasium</a> als Lehrer für Gesang, Geschichte und Musiktheorie angestellt. Von 1937 bis 1939 unterrichtete Zeggert zusätzlich am Hochschul-Seminar Bethanien und war Assistent bei <a href="Max_Schneider_(Musikhistoriker)" title="Max Schneider (Musikhistoriker)">Max Schneider</a> am Institut für Kirchenmusik an der <a href="Universit%C3%A4t_Breslau" title="Universität Breslau">Schlesischen Friedrich-Wilhelm-Universität</a>.
</p><p>Im Jahre 1924 heiratete Gerhard Zeggert Antonie Lehmann, die er bereits in Berlin kennengelernt hatte. Sie verfügte ebenfalls über eine Musikausbildung. Sie spielte Klavier und Cembalo. Später trat sie manchmal in den von ihrem Mann veranstalteten Konzerten auf. Ab 1924 war Zeggert Mitglied der Staatlichen Prüfungskommission, die Bewerber zum Beruf des Kantors, des privaten Musiklehrers, des Stadtratsmitglieds im Bereich der Musik zuließ. Ab 1927 war er auch in der Prüfungskommission, die zum Beruf des Musiklehrers in Hochschulseminaren für Lehrer berechtigte. Am 31. Oktober 1942 erlangte Zeggert den Titel des <a href="Kirchenmusikdirektor" title="Kirchenmusikdirektor">Kirchenmusikdirektors</a>. Des Weiteren wurde er in das Amt des Sachverständigen des <a href="Konsistorium_(Protestantismus)" class="mw-redirect" title="Konsistorium (Protestantismus)">Schlesischen Evangelischen Konsistoriums</a> berufen.
</p><p>In Breslau wurden <a href="Orgel" title="Orgel">Orgeln</a> nach Zeggerts Entwürfen erbaut oder umgebaut: Im Jahr 1924 entstand die <a href="Disposition_(Orgel)" title="Disposition (Orgel)">Disposition</a> der neuen 72-registrigen Orgel für die Altlutherische St.-Katharina-Kirche; im Jahre 1930 wurde die neue Orgel in der <a href="Christophorikirche_(Breslau)" title="Christophorikirche (Breslau)">St.-Christophori-Kirche</a> mit 25 <a href="Register_(Orgel)" title="Register (Orgel)">Registern</a> gebaut; im Jahre 1931 entstand die anschließend umgesetzte Idee, die Orgel in der <a href="Neue_Synagoge_(Breslau)" title="Neue Synagoge (Breslau)">Neuen Synagoge</a> auf 63 Stimmen zu erweitern. In den Jahren 1924 bis 1938 erweiterte Zeggert systematisch die Orgel in der Magdalenenkirche auf 100 Stimmen, und im Jahre 1943 entwarf er den Plan zum Umbau des Hauptinstrumentes des <a href="Breslauer_Dom" title="Breslauer Dom">Breslauer Doms</a>, der römisch-katholischen Kathedrale St. Johannes des Täufers, welcher aber wegen der Kriegssituation nicht realisiert werden konnte. Im Jahre 1937 erfolgte die Erstellung des Konzeptes und der anschließende Umbau im Geiste der <a href="Orgelbewegung" class="mw-redirect" title="Orgelbewegung">Orgelbewegung</a> des Instrumentes in der <a href="Jahrhunderthalle_(Breslau)" title="Jahrhunderthalle (Breslau)">Jahrhunderthalle</a>, der damals größten Orgel der Welt, mit deren Erweiterung auf 222 Register.
</p><p>Die Belagerung Breslaus durch die <a href="Rote_Armee" title="Rote Armee">Rote Armee</a> und seine Umsiedlung in der Nachkriegszeit beendete die Karriere Gerhard Zeggerts. Er verlor im Alter von 49 Jahren seinen Arbeitsplatz, die Möglichkeit zu konzertieren, sein kompositorisches Schaffen, die Stellung als Vertrauensmann und seinen einzigen Sohn. 1945 bis 1946 wohnte Zeggert zusammen mit Frau und beiden Töchtern in <a href="Cieplice_%C5%9Al%C4%85skie-Zdr%C3%B3j" title="Cieplice Śląskie-Zdrój">Bad Warmbrunn</a>, wo er Kantor an der dortigen evangelischen Kirche war, einen Chor leitete und Orgelkonzerte veranstaltete: 12 Konzerte in <a href="Jelenia_G%C3%B3ra" title="Jelenia Góra">Hirschberg</a>, 25 in Bad Warmbrunn und dort außerdem zwei Aufführungen des <a href="Requiem_(Mozart)" title="Requiem (Mozart)">Requiems von W. A. Mozart</a>.
</p><p>Im Jahre 1946 wurde die Familie zwangsweise aus Schlesien <a href="Flucht_und_Vertreibung_Deutscher_aus_Mittel-_und_Osteuropa_1945%E2%80%931950" title="Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa 1945–1950">ausgesiedelt</a>. Zeggert trat die Stelle eines Chorleiters und Aushilfsorganisten der Pfarrkirche in <a href="Rastede" title="Rastede">Rastede</a> (Niedersachsen) an und hatte die Stelle des Kantors und Organisten der Kirche <a href="St._Georgen_im_Schwarzwald" title="St. Georgen im Schwarzwald">St. Georgen im Schwarzwald</a> inne. Er veranstaltete Orgel- und Chorkonzerte und leitete ein Instrumentalensemble. Er veranstaltete auch Konzerte zusammen mit den Sinfonieorchestern Stuttgart und Reutlingen. In den Jahren 1947 bis 1966 dirigierte Zeggert einen Männersängerbund, mit dem er häufig auftrat, darunter auf dem Festival für <a href="Donaueschinger_Musiktage" title="Donaueschinger Musiktage">Neue Musik</a> in Donaueschingen und Ludwigsburg.
Gerhard Zeggert starb in Konstanz im Alter von 80 Jahren.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Musikalisches_Schaffen">Musikalisches Schaffen</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Konzerte">Konzerte</h3></div>
<p>Neben gottesdienstlichen liturgischen Aktivitäten entfaltete Zeggert eine lebhafte Konzerttätigkeit, so die 428 „Montagskonzerte“, sowie <a href="Bach-Kantate" class="mw-redirect" title="Bach-Kantate">Bach-Kantaten</a> und <a href="Oratorium" title="Oratorium">Oratorienaufführungen</a> zum Kirchenjahr. Von 1939 bis 1944 veranstalteten er, <a href="Otto_Burkert" title="Otto Burkert">Otto Burkert</a> und <a href="Gerhard_Bremsteller" title="Gerhard Bremsteller">Gerhard Bremsteller</a> die Orgel-Sommerkonzerte in der <a href="Breslauer_Jahrhunderthalle" class="mw-redirect" title="Breslauer Jahrhunderthalle">Breslauer Jahrhunderthalle</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Kompositionen">Kompositionen</h3></div>
<p>Alle Kompositionen Zeggerts gingen während des Zweiten Weltkriegs verloren (es existierten nur Handschriften, nichts war in gedruckter Form herausgegeben). 2012 fand Tomasz Kmita-Skarsgård in der Bibliothek der Kantorei an St. Christophori Chorstimmen einer <i>Messe in g-moll</i> sowie zwei Choralbearbeitungen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Werke_für_Orgel"><span id="Werke_f.C3.BCr_Orgel"></span>Werke für Orgel</h4></div>
<ul><li><i>Fantasie und Fuge</i> cis-moll</li>
<li><i>Passacaglia</i> e-moll</li>
<li><i>Vaterländische Fantasie</i></li>
<li>Vier Choralvorspiele:
<ol><li><i>Allein Gott in der Höh’ sei Ehr’</i></li>
<li><i>Ach, Gott und Herr</i></li>
<li><i>Christe, du Lamm Gottes</i></li>
<li><i>Alle Menschen müssen sterben</i></li></ol></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Werke_für_Kammermusik"><span id="Werke_f.C3.BCr_Kammermusik"></span>Werke für Kammermusik</h4></div>
<ul><li><i>Adagio</i> für Klarinette, Violoncello und Orgel</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Messen_und_Kantaten">Messen und Kantaten</h4></div>
<ul><li><i>Messe in g-moll</i> für Sopran- und Alt-Solo, Chor und Orchester</li>
<li><i>Maria Magdalena am Ostermorgen</i>, <i>Biblische Szene nach Johannes (</i>Text: Joh 20, 11–18) für drei Solostimmen (Sopran, Alt, Tenor), Oratorienchor, zwei Violinen und Violoncello</li>
<li><i>Jesus Christus unser Heiland</i></li>
<li><i>Thomas, Biblische Szene</i></li>
<li><i>Segne und Behüte</i> für Knabenchor</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Werke_für_Solo-Gesang"><span id="Werke_f.C3.BCr_Solo-Gesang"></span>Werke für Solo-Gesang</h4></div>
<ul><li>Vier Gesänge für Baßstimme und Orgel
<ol><li><i>Hüt’ vor dem Alltag</i> (Text: C. Flaischlen)</li>
<li><i>Ewige Nacht</i> (Text: F. Grillparzer)</li>
<li><i>Musst du ein Liebstes geben</i> (Text: G. Schüller)</li>
<li><i>Der Friedhof</i> (Text: G. Schüller)</li></ol></li>
<li>Vier Gesänge für Sopranstimme und Orgel (Text: H. Hesse und G. Schüller)
<ol><li><i>Geistliches Abendlied</i></li>
<li><i>Am Abend</i></li>
<li><i>Lass mich die Welt vergessen</i></li>
<li><i>Das Lebenslied</i></li></ol></li>
<li>Vier Gesänge für Altstimme und Orgel (Text: G. Lehmann)
<ol><li><i>Siehe, ich bin euch</i></li>
<li><i>Bereitschaft</i></li>
<li><i>Erwartung</i></li>
<li><i>Nahes Ziel</i></li></ol></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Choralbearbeitungen">Choralbearbeitungen</h4></div>
<ul><li><i>Nun sich der Tag geendet hat</i> für Frauenchor</li>
<li><i>Segne und behüte uns</i> für Frauenchor</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Patronat">Patronat</h2></div>
<p>Seit 2013 ist Gerhard Zeggert der Patron der Kantorei der St. Christophori-Kirche Breslau, welche nach ihrem einstigen Leiter den Namen „Zeggerteum“ trägt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>L. Hoffmann-Erbrecht: <i>Breslau – Musikalisches Erziehungswesen.</i> [Schlagwort in:] L. Hoffmann-Erbrecht: (Red.): <i>Schlesisches Musiklexikon.</i> Augsburg 2001, S. 82.</li>
<li>T. Kmita-Skarsgård: <i>Kultura muzyczna kościoła św. Marii Magdaleny we Wrocławiu w latach 1923-1945. Historia, dziedzictwo i perspektywy.</i> Wrocław 2016.</li>
<li>J. Subel: <i>Wrocławska chóralistyka 1817-1944,</i> Band 1. Wrocław 2008.</li>
<li>J. Subel: <i>Działalność artystyczna wrocławskiego organisty Gerharda Zeggerta (1896-1977).</i> Portret bohatera [in:] Wybitni wrocławianie. Niezwykłe miasto – niezwykli ludzie, Red. I. Lipman, J. Nowosielska-Sobel, G. Strauchold. Wrocław 2011, S. 88–89.</li>
<li>Gerhard Scheuermann: <i>Das Breslau-Lexikon, Band 2.</i> Laumann-Verlag, Dülmen 1994, ISBN 3-87466-157-1, S. 1999.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://schg.pl/kantorat/">Zeggerteum – Kantorei und Stiftung der evangelischen St. Christophori-Gemeinde Breslau</a></li></ul>
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Normdaten (Person): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/1191426246">1191426246</a></span> | <a href="Library_of_Congress_Control_Number" title="Library of Congress Control Number">LCCN</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://id.loc.gov/authorities/no97021678">no97021678</a></span> | <a href="Virtual_International_Authority_File" title="Virtual International Authority File">VIAF</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://viaf.org/viaf/35110699/">35110699</a></span> | </div>
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